Plastik-Management

Natürliche Materialien beimischen ≠ Natürlich abbaubar

12-01-2025

Lesezeit: 4 Minuten

Natürliche Materialien beimischen ≠ Natürlich abbaubar

Wir sehen immer häufiger Recycling-Produkte, die damit werben, dass „natürliche Materialien“ wie Mais, Zuckerrohr oder landwirtschaftliche Faserreste beigemischt wurden. Solche Behauptungen lassen viele glauben, diese Produkte seien von Natur aus abbaubar und besonders umweltfreundlich. Doch Vorsicht: Diese Annahme kann irreführend sein und versteckt Nachhaltigkeits-Fallen, die deine guten Absichten für die Umwelt ungewollt untergraben können.

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Provided by SANYO+SANIN | Photographer: Zih-Sin Jian

Natürliche Materialien beimischen ≠ Natürlich abbaubar

Mal ehrlich: Gibt es so eine Umgebung in der Natur? „60 °C, konstante Temperatur, spezifische Mikroben-Populationen, Feuchtigkeit und Sauerstoffgehalt über 60 Tage hinweg.“ Genau das sind die industriellen Kompostierbedingungen, die nötig sind, um viele bio-basierte Materialien überhaupt zersetzen zu können. Wenn diese strengen Bedingungen nicht erfüllt werden, zerfallen diese sogenannten „biologisch abbaubaren Materialien“ oft nur in winzige Fragmente (Stichwort Mikroplastik!), anstatt sich vollständig in Elemente aufzulösen, die sich in den Kreislauf der Natur einfügen.

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Pexels, Mikhail Nilov

Dazu kommt: Diese „künstlich kontrollierten Umgebungen“ zu schaffen und zu erhalten, frisst enorm viel Energie, Platz und Zeit. Die meisten existierenden Recyclinganlagen sind gar nicht darauf ausgelegt, diese Materialien zu verarbeiten. Das Ergebnis? Viele gut gemeinte Produkte landen am Ende doch in der Verbrennungsanlage. Weil diese Probleme bekannt sind, führen immer mehr Länder strengere Regeln und Kennzeichnungspflichten ein, um den Einsatz solcher Materialien besser zu steuern.

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Pexels, Flambo

Eine weitere Sorge: Der Konkurrenzkampf um Ackerland und Lebensräume

Mehr als zwei Drittel der biologisch abbaubaren Kunststoffe weltweit basieren auf Nutzpflanzen wie Mais, Maniok und Zuckerrohr. Wenn die Produktion von Bio-Plastik lukrativ wird und die Preise für diese Pflanzen steigen, verschärft sich der Wettbewerb um Ackerland. Das kann zu illegaler Abholzung, der Zerstörung von Lebensräumen und Landkonflikten führen, was Menschenrechte und Tierrechte gefährdet. Solcher Druck untergräbt die Prinzipien von Fairness und Gerechtigkeit, die für einen nachhaltigen Wandel im Rahmen des Global Plastics Treaty (WWF.org) essenziell sind.

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Pexels, Csankovszki Tibor

Materialmix führt zu Instabilität und kürzerer Lebensdauer

Auch wenn das Beimischen natürlicher Materialien die Abhängigkeit von erdölbasiertem Plastik verringern kann: Wenn man verschiedene Materialien mixt, entstehen oft komplexe Zusammensetzungen. Das kann die Stabilität und Haltbarkeit des Endprodukts schwächen. Für dich als Konsument bedeutet das oft Frust, wenn Dinge nach kurzer Nutzung kaputtgehen oder sich abnutzen.

Gerade bei bio-basierten Kunststoffen muss man genau überlegen, wofür sie am Ende genutzt werden. Ohne richtige Planung erfüllen diese Produkte oft nicht die Erwartungen, müssen ständig ersetzt werden und verschwenden so Ressourcen – was unsere Abfallsysteme noch mehr belastet.

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Provided by SANYO+SANIN | Photographer: Zih-Sin Jian

Neuplastik reduzieren und Ressourcen durch Recycling schonen

Bis wir völlig neue Materialien erfinden, die Plastik ersetzen können, bleibt der Konsens: Plastik an der Quelle reduzieren. Das heißt, weniger Abhängigkeit von neuem Erdöl-Plastik (Virgin Plastic) und weniger Müllwachstum. Die gängigen Ansätze sind:

- Einwegplastik reduzieren (z. B. Verpackungen, Tüten, Besteck).

-
Lebensdauer von Plastikprodukten verlängern, um Wiederverwendbarkeit und Langlebigkeit zu fördern.

-
Kunststoffe recyceln und wiederverwenden, um echte Kreislaufsysteme zu schaffen.

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Provided by SANYO+SANIN | Photographer: Zih-Sin Jian

Bei RHINOSHIELD nutzen wir unsere Expertise in der Materialwissenschaft, um nachhaltige Alternativen zu herkömmlichem Plastik zu entwickeln. Seit 2017 setzen alle RHINOSHIELD Handyhüllen auf Monomaterial-Designs, um 100% Recycelbarkeit zu garantieren. Zudem haben wir die ShockSpread™ ECO Materialtechnologie entwickelt, die den Lebenszyklus von recycelten Materialien um das 6-fache verlängert.

2024 haben wir CircularNext eingeführt – ein bahnbrechendes Produkt, das komplett aus recycelten Handyhüllen besteht, ohne Zugabe von Neuplastik. Diese Innovation verwandelt Handyhüllen von einem „Einweg-Wegwerfprodukt“ in ein Kreislauf-Produkt – fähig, immer wieder recycelt und genutzt zu werden, vom iPhone 16 zum iPhone 20 oder sogar bis zum iPhone 30.

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Natürliche Materialien in Produkten klingen zwar umweltfreundlich, sind aber keine Garantie für biologische Abbaubarkeit oder Nachhaltigkeit. Um wirklich einen positiven Einfluss zu haben, müssen wir Prioritäten setzen: Neuplastik reduzieren, existierende Materialien recyceln und auf Kreislauf-Lösungen setzen, die Innovation und Umweltverantwortung vereinen. Lass uns gemeinsam Nachhaltigkeit in wirksame Taten umsetzen.